Archive for the 'Schule damals … (1940-1950)' Category

Am Weihnachtsabend muss der Bruder in den Krieg

Befragt wurde Theda Voget, geboren 1927 in Ostfriesland.

1. Wie alt warst du?
Ich bin 1927 geboren und bei Beginn des Krieges, der fing ja am 1. September 1939 an, war ich 12 Jahre alt.

2. Berichte von einem Fliegeralarm!
Wir wohnten ja in Leer/Ostfriesland und hatten eigentlich nicht so viel mit Fliegeralarm zu tun. In Emden, einer Nachbarstadt, wurde sehr viel zerstört und wir konnten bei einem Fliegeralarm immer die Flammen sehen. Emden ist ziemlich zerstört worden, es war eine Hafenstadt und deswegen war sie fast immer Ziel der Flieger. Bei uns konnten wir dann immer die Flammen sehen, deswegen mussten wir auch in den Luftschutzkeller. Die Splitter konnten bis zu 500m fliegen. Unser Nachbar war ein Bauer, der hatte einen Luftschutzkeller und da fanden sich die Nachbarn ein und auch wir. Wir mussten dann durch einen großen Park rennen. Eigentlich sind wir gar nicht so oft im Luftschutzkeller gewesen, ist mir auf jeden Fall nicht so präsent.

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Also meine Gefühle waren folgendermaßen: Ich war verzweifelt. Im Verlauf des Krieges, der hat ja fast 6 Jahre gedauert von 1939 bis 1945 hat mein Vater eine neue Stelle als Schulleiter angenommen. Ich lebte mit meinen Brüdern zusammen, wir gingen morgens zusammen zur Schule, meine Brüder zum Gymnasium für Jungen, wie man das heute nennt, und ich auf die Oberschule für Mädchen. Dann wurde mein ältester Bruder 1941 eingezogen, d.h. er wurde Soldat im Sommer. Und das war für uns natürlich traurig, dass nun einfach jemand weg musste. 1942 hatte er dann kurz vor Weihnachten Urlaub, kam da in die Kaserne und musste dann am Heiligen Abend wieder weg. Wir hatten das Weihnachtszimmer fertig, der Weihnachtsbaum stand da und wir waren sehr traurig, dass wir Weihnachten nicht mit dem ältesten Bruder verleben durften.
Mein zweiter Bruder ist dann im Jahre 1943 eingezogen worden und da kann ich mich erinnern, dass wir noch zusammen Äpfel geerntet haben. Wir hatten einen Apfelgarten hinterm Haus und das machte uns auch Freude, dass noch mal zusammen zu tun, aber ich wusste, wenn wir das alles hinter uns haben, dann muss er auch weg. Da habe ich mich nicht gut gefühlt. Ich dachte, jetzt sind beide Brüder nicht mehr da. Ja, das wahr…ich fühlte mich ganz einsam.
Und in der Zeit hatten wir – es war schon 1943 – da hatten wir auch immer die Sorge: Wie geht es ihnen wohl? Wir hörten die Nachrichten und begleiteten sie mit unseren Gedanken.
Ja, wir hatten Angst und es kamen ja auch immer Nachrichten aus dem Krieg. Eltern von Bekannten bekamen die Nachricht, das sagte man früher so, dass ihr Sohn „gefallen“ ist im Krieg.
Mein zweiter Bruder war bei der Marine und der Älteste war in Russland. Der kam im Sommer 1943 nach Russland. Das war dann wieder eine Sorge für uns alle. Er schrieb sehr viele Briefe. Wir haben so einen richtig dicken Packen gesammelt, dass wir immer wussten, wie es ihm geht. Weiterlesen ‚Am Weihnachtsabend muss der Bruder in den Krieg‘

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Zwischen Tieffliegern und Hamsterfahrern – Das Leben in Bentheims Bauernschaft von 1938 bis 1947

Befragt wurde Gerhada Hagel (geb. Bründermann) über das Leben der Bauern von 1938 bis 1947

Was hattet ihr früher für Unterrichtsfächer?
Das war zum Bespiel das deutsche Lesebuch… Und weißt du was? Ich bin 1938 zur Schule gegangen, 1939 brach der Krieg aus. Die ersten Schuljahre, die waren normal. Und wir hatten auch , ich glaube Montags war das, Religionsunterricht. Aber, als die Nazis mehr und mehr an die Regierung kamen und mehr zu sagen hatten, da hatten wir kein Religion mehr. Da mussten wir immer eine oder einer aus der Klasse nach vorne kommen und einen Wochenspruch aufsagen. Und die letzten paar Jahre, das war 1943 bis 1944 und 1944, 1945, da haben wir nur 84 Stunden Schule gehabt. Da war dauernd Fliegeralarm.

Was tatet ihr wenn während der Schule Tiefflieger kamen?
Ja, wir wohnten ja weiter von der Schule entfernt. Ich bin ja in Bentheim auf die Hauptschule gegangen, und da mussten wir bei einer Schulkameradin bleiben. Wenn dann wieder Entwarnung war, dann kamen Alarmsirenen, dann mussten wir alle raus. Es kamen ja die Bomber von England. Dann mussten wir zu einer Schulkameradin und so lange warten bis die Gefahr so ziemlich vorbei war. Dann kam die Entwarnung, das war ein Dauerton mit der Sirene. Dann mussten wir wieder zur Schule los. Und somit hatten wir zum Beispiel kein Geschichte, wir hatten so viele Fächer gar nicht. Dann im letzten Schuljahr, 1944/1945, fing im Herbst erst wieder die Schule an. Da war ja alles durcheinander und alles zerstört. Wir als Kinder hatten das ja nicht vermutet. Meine Zwillingsschwester Pauline und ich durften dann ein Jahr länger zur Schule gehen weil wir so wenig Unterricht hatten. Wir wären 1946 aus der Schule gekommen aber dann sind wir 1947 entlassen worden. Das war ein tolles Jahr.

Weiterlesen ‚Zwischen Tieffliegern und Hamsterfahrern – Das Leben in Bentheims Bauernschaft von 1938 bis 1947‘

Storchennest in der Schule

Interview mit

 Ingrid Fiegenbaum

(Schuljahr 1-4 im Jahre 1949-1953)

 

Kannst du mir bitte über deine Schulzeit berichten?

Als erstes gab es nur eine Schifertafel und dann bekamen wir Hefte, doch diese werden nur selten benutzt. Da Hefte was ganz kostbares waren. Wir hatten auch keine Bücher erst, diese gehörten meist der Schule, denn nicht jeder hätte sie sich leisten können.

Auf der Schrifttafel wurde mit dem Griffel geschrieben und zum Auswischen nahm man einen alten Lappen oder einen Schwamm („Storchennest“). Diktate wurden an die Tafel geschrieben oder auf die Tafel geschrieben erst später fingen wir an Arbeiten ins Heft zu schreiben, damit der Lehrer besser berichtigenen konnte.

Meistens bestannd eine Klasse aus 7-10 Schülern, in anderen kleinen Dörfern waren alle Klassen einer Schule in einem Raum mit nur einem Lehrer, dieser unterichtete auch alle Fächer. Bei uns waren 5 Mädchen und 2 Jungen in einer Klasse und wir hatten mit einer weiteren Klasse zusammen Unterricht in einem Raum. Der Lehrer kümmerte sich immer um eine Klasse in der Zeit hatte die andere sich still zu verhalten und die Aufgaben zu machen.

 

von Nico R., Jessie H. und Falina Sophie S.

Ein Leben vor und nach dem Krieg

Befragt wurde Wilfried Leopold Neigenfind geb. am 30.11.1930 in Oberhausen, er ist von 1936-1950 in die Schule gegangen.

Kannst du bitte über diene Schulmaterialien berichten?
Schiefertafel- Griffel- Schwamm. Nach dem Krieg hatten wir noch eine Blechbüchse mit Löffel am Ranzen für Essen. (Erbsenbrei)

Berichte mir bitte von spannenden Erlebnissen aus deiner Schulzeit!
Fliegeralarm – wir hatten Schulausfall und mussten in den Schulkeller ( ohne Familie)

Was hast du in deiner Schulzeit gelernt?
Essen, Schreiben, Rechnen, Sprachen

Berichte über Pausenerlebnisse!
Es gab Boxkämpfe, Rangeleien (die friedlich waren) und wir haben Fußball gespielt.

Berichte mir bitte über Bestrafungen in deiner Schulzeit !
Eintrag ins Klassenbuch, wir mussten in der Ecke stehen oder den Raum verlassen.

Wie viel Kinder waren in deiner Klasse?
wir waren 30 Schüler

Wie hast du dich nachts gefühlt? Berichte über deine Gefühle nachts im Krieg!
ich hatte Angst vor Bombenalarm und musste Nächte lang im Bunker sitzen. (im Saargebiet)

Hattest du Geschwister ? Wie ist es denen im Krieg ergangen?
1 Schwester sie ist am 24.11.1992 gestorben. Ihr ist es so wie mir ergangen.

Wie verlief die Flucht? Erzähle bitte über Erlebnisse deiner Flucht!
Wir sind aus Lohtringen mit Wehrmachtsautos unter Beschuss der Jagdbomber nachts geflohen. Die Lichter am Auto waren abgeklebt damit man uns nicht so schnell sah.

Berichte über deine Erfahrungen im Krieg !
Wir mussten in die HJ damit wir bessere Schulbildung bekamen.Das Essen wurde immer eingeteilt. Es gab viel Schulausfall und viel Schulwechsel da mein Vater versetzt wurde (Dienstverpflichtung im Bergbau). Mein Cousin (16J.) wurde im letzten Moment eingezoge undmeine Cousine und meine Schwester (18 J.) sind ins Allgäu geflohen.

von Philipp Neigenfind,  5b

Die Schulzeit meiner Oma

Interview mit R.H. (Schuljahr 1948 bis 1956)                       

                                    

  1. Kannst du bitte über deine Schulmaterialien berichten?
    Wir hatten einen Atlas, ein Lesebuch, ein Rechenbuch, einen Zeichenblock, ein Erdkundebuch, einen Zirkel, ein Lineal, ein Radiergummi, einen Malblock und einen Füller mit einem Tintenfass! 
  2. Berichte mir bitte von spannenden Erlebnissen aus deiner Schulzeit.
    Eine Fahrt zum Hermannsdenkmal, eine Woche Jugendherberge zum Sauerland, Kochunterricht. 
  3. Was hast du in deiner Schulzeit gelernt?
    Wir haben rechnen, schreiben und lesen gelernt. Und wir haben gelernt uns anständig Erwachsenen gegenüber anständig zu benehmen.
  4. Berichte mir bitte von Bestrafungen in deiner Schule.                                Wir hatten damals in meiner Schule noch keine Bestrafungen.      
  5. Berichte mir bitte über Pausenerlebnisse.
    Wir spielten in der Pause  oft  Hüpfekästchen, fangen, Springseil, Ball!
  6. Wie viele Kinder waren in deiner Klasse?
     Wir waren ca. 30 Kinder.

             von Larissa H. (Schuljahr 2008/09)

Strafarbeiten und Streiche in der Schule

Name: Adele Elfers Geburtsjahr 1935

1.Kannst du bitte über deine Schulmaterialien berichten?

In den ersten zwei Jahren hatten wir Schiefertafelund Griffel, Schwamm

und Putzlappen. Die weiteren Jahre musste ich mir Hefte mit Hilfslinien besorgen,

dazu Grafitstifte die urkundenecht waren. In den Nachkriegsjahren musste ich aus Tintentabletten in Wasser aufgelöst meine selbst hergestellte Schreibflüssigkeit in einem Fläschchen im Tornister mitführen, dazu gehörten Federhalter und Feder.

2.Berichte mir bitte von spannenden/ interessanten Erlebnissen aus deiner Schulzeit!

In der fünften Klasse hatten wir Unterricht bei einem Lehrer der Alten Schule, der gern den Rohrstock tanzen ließ, und das bei der kleinsten Verfehlung.

Eines Morgens hatten zwei Jungen irgendetwas Belangloses ausgefressen.

Der eine war lang und dünn, der andere der kleinste aus der Klasse.

Die Schranktür stand offen, beide mussten vortreten.

Zuerst musste sich der kleine Junge vorbeugen und bekam mit dem Rohrstock seine Schläge auf den Po.

Dann stieß er den kleinen zur Seite und nahm sich den langen vor.

Bei dieser Aktion flog der Verhauene in den Schrank, die Tür ging zu, Klein – Alfred war im Schrank verschwunden. Dann ging das Gebrüll und Gelächter in der Klasse los.

Das machte den Lehrer erst recht wütend und er schlug mt dem Stock wie wild um sich, es ihm egal, wen er traf. Plötzlich hielt er inne und verließ wortlos den Raum.

3.Was hast du in deiner Schulzeit gelernt?

Ich erinnere mich an Rechenaufgaben mit dem Dreisatz, der Zinsrechnung und in Deutsch haben wir Mathilde Möhring gelesen, als es 1950 schon Bücher zu kaufen gab.

Den Namen des Autors habe ich leider vergessen.

In Physik haben wir das Prisma durchgenommen.

4.Berichte mir bitte über Bestrafungen in deiner Schulzeit!

Wenn wir beim Schwatzen erwischt wurden, bekamen wir Ohrfeigen oder Strafarbeiten auf.

Für morgendliches zuspätkommen mussten wir mindestens 20 Reihen (Ich muss pünktlich sein) achreiben und am nächsten Tag widersinnige Arbeit abgeben.

Da bis 1948 Papierknappheit herrschte, haben wir alte Tapeten auf der Rückseite beschriftet.

5.Berichte bitte über Pausenerlebnisse!

Ab der 7. Klasse hatten wir einen sehr strengen Lehrer, der eines Tages Pausebaufsicht hatte.

Von ihm fühlte ich mich ungerecht behandelt und sann auf Rache. Sein grauer Ledermantel mit Halbgürtel hing auf dem Flur. Mein Vater hatte Kaninchen geschlachtet, die Felle hingen zum trocknen auf der Wäscheleine, Pfoten Schwänzchen waren Abfall.

Eines Morgens nahm ich ein solches Schwänzchen mit zur Schule, dem ich schon einen kleinen Draht befestigt hatte. In der frühen Pause erblickte ich den Mantel, friff ein Fellstückchen und hängte das weiße an den Halbgürtel.

Niemanden habe ich von dieser Aktion erzählt. in der großen Pause hatte Herr A. Aufsicht auf dem Schulhof und stolzierte mit seinem Anhänger durch die Schülerreihen.

Alle Kinder haben gelacht, jedoch niemand hat ihm aufmerksam gemacht.

ich hatte meine Genugtuung, auf dem Heimweh war das Schwänzchen aber nicht mehr dran!

6. Wie viele Kinder waren in deiner Klasse?

Zeitweise waren in meiner Klasse( 1946; 5. Klasse) 56 Kinder. In der 8. Klasse der Volksschule waren wir noch etwas über 40 Kinder. Unsere zweier Bänke waren zurzeit mit drei Kindern besetzt. Ich habe immer versucht, in der Mitte zu sitzen, da ich am Ende der Bank leicht heruntergeschupst wurde.

Und dafür wurde ich noch bestraft.

Das Interview wurde von Esra Yavuz geschrieben.

Unterrichtsausfall durch Krieg

Befragt wurde Johann Wilbrand geboren 1935 geboren und aufgewachsen in Ohne

1. Was hatte man an Materialien zur Verfügung in der Schule?
Schiefertafel, Kreide, Buntstifte und Federtafel

2.Berichte aus spannenden Erlebnissen aus der früheren Schulzeit.
Einmal im Jahr gab es eine Filmvorführung und eine Fußwanderung in die nähere Umgebung.

3.Was gab es für Fächer im Unterricht?
Alles was es heute auch gibt aber bedingt durch Lehrer die zur Wehrmacht mussten gab es oft Unterrichts Ausfall.

4.Gab es Bestrafung, wenn ja welche?
Ja es gab Bestrafungen zum Beispiel Prügelstrafe, Nachsitzen und Strafarbeit.

5.Was hat man in der Pause gespielt?
Handball, Völkerball, Fußball, Fächerhinken, Verstecken und Fangen

6.Wie viele Kinder waren es umgefähr in einer Klasse.
In der Grundschule 50-60 Kinder. Ab 5. Klasse Realschule 25-30 Kinder.

Interview: Nicola Klinge und Jasmin Wilbrand Klasse:5b