Archive for the 'Klasse 5c (Schuljahr 2008/2009)' Category

Am Weihnachtsabend muss der Bruder in den Krieg

Befragt wurde Theda Voget, geboren 1927 in Ostfriesland.

1. Wie alt warst du?
Ich bin 1927 geboren und bei Beginn des Krieges, der fing ja am 1. September 1939 an, war ich 12 Jahre alt.

2. Berichte von einem Fliegeralarm!
Wir wohnten ja in Leer/Ostfriesland und hatten eigentlich nicht so viel mit Fliegeralarm zu tun. In Emden, einer Nachbarstadt, wurde sehr viel zerstört und wir konnten bei einem Fliegeralarm immer die Flammen sehen. Emden ist ziemlich zerstört worden, es war eine Hafenstadt und deswegen war sie fast immer Ziel der Flieger. Bei uns konnten wir dann immer die Flammen sehen, deswegen mussten wir auch in den Luftschutzkeller. Die Splitter konnten bis zu 500m fliegen. Unser Nachbar war ein Bauer, der hatte einen Luftschutzkeller und da fanden sich die Nachbarn ein und auch wir. Wir mussten dann durch einen großen Park rennen. Eigentlich sind wir gar nicht so oft im Luftschutzkeller gewesen, ist mir auf jeden Fall nicht so präsent.

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Also meine Gefühle waren folgendermaßen: Ich war verzweifelt. Im Verlauf des Krieges, der hat ja fast 6 Jahre gedauert von 1939 bis 1945 hat mein Vater eine neue Stelle als Schulleiter angenommen. Ich lebte mit meinen Brüdern zusammen, wir gingen morgens zusammen zur Schule, meine Brüder zum Gymnasium für Jungen, wie man das heute nennt, und ich auf die Oberschule für Mädchen. Dann wurde mein ältester Bruder 1941 eingezogen, d.h. er wurde Soldat im Sommer. Und das war für uns natürlich traurig, dass nun einfach jemand weg musste. 1942 hatte er dann kurz vor Weihnachten Urlaub, kam da in die Kaserne und musste dann am Heiligen Abend wieder weg. Wir hatten das Weihnachtszimmer fertig, der Weihnachtsbaum stand da und wir waren sehr traurig, dass wir Weihnachten nicht mit dem ältesten Bruder verleben durften.
Mein zweiter Bruder ist dann im Jahre 1943 eingezogen worden und da kann ich mich erinnern, dass wir noch zusammen Äpfel geerntet haben. Wir hatten einen Apfelgarten hinterm Haus und das machte uns auch Freude, dass noch mal zusammen zu tun, aber ich wusste, wenn wir das alles hinter uns haben, dann muss er auch weg. Da habe ich mich nicht gut gefühlt. Ich dachte, jetzt sind beide Brüder nicht mehr da. Ja, das wahr…ich fühlte mich ganz einsam.
Und in der Zeit hatten wir – es war schon 1943 – da hatten wir auch immer die Sorge: Wie geht es ihnen wohl? Wir hörten die Nachrichten und begleiteten sie mit unseren Gedanken.
Ja, wir hatten Angst und es kamen ja auch immer Nachrichten aus dem Krieg. Eltern von Bekannten bekamen die Nachricht, das sagte man früher so, dass ihr Sohn „gefallen“ ist im Krieg.
Mein zweiter Bruder war bei der Marine und der Älteste war in Russland. Der kam im Sommer 1943 nach Russland. Das war dann wieder eine Sorge für uns alle. Er schrieb sehr viele Briefe. Wir haben so einen richtig dicken Packen gesammelt, dass wir immer wussten, wie es ihm geht. Weiterlesen ‚Am Weihnachtsabend muss der Bruder in den Krieg‘

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Gebrumme der Flugzeuge war deutlich zu hören

Befragt wurden: Else K. (1926), Dietrich K. (1936)

1. Wie alt waren Sie?
Ich war 6 Jahre. (1932)

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Voralarm, Hauptalarm, Entwarnung ausgelöst durch die Sirene, das Gebrumme und Getöse der Flugzeuge war deutlich zu hören.

3. Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Die Hoffnung, dass mein Vater bzw. Großvater gesund aus dem Krieg heimkehren und auf Schüttorf keine Bomben fallen.

4. Mit welchem Spielzeug habt ihr gespielt?
Mit Springseilen und Bällen und Steinen.

5. Wie war es damals in der Schule?
Auf jeden Fall strenger als heute

6. Hast du eine Flucht erlebt?
Nein, wir haben aber Flüchtlinge aufgenommen.

7. Was habt ihr in den Pausen gemacht?
Butterbrot gegessen.

8. Was hattet ihr für Fächer?
Lesen, Sport, Mathe, Musik.

9. Welche Strafen gab es?
Ohrfeige, Nachsitzen

10. Kannst du uns Fotos geben?
Wir hatten keinen Fotoapparat.

von Gesa Rüstmann (5c, 2008)

Zeitzeugenbefragung zum 2.Weltkrieg

Gefragt wurde Frau Gesine S., geboren am 22.07.1920 in Bad Bentheim. Sie ist aufgewachsen in Gildehaus am Mersch.

1. Wo habt ihr während des Krieges gewohnt?
Während des Krieges haben wir in unserem Wohnhaus am Mersch gewohnt, zum Ende des Krieges als die Engländer kamen wohnten wir auf einem Bauernhof in der Waldseite. Dort gab es keinen Bunker, wir waren auf dem Strohboden untergebracht.

2. Woher habt ihr Wasser bekommen?
Wir hatten einen guten Brunnen bei unserem Haus am Mersch.

3. Haben Kinder mit ihren Freunden spielen können?
Ja, auf dem Land war es nicht so unruhig und die Kinder konnten auf den Straßen spielen.

4. Sind welche von deinen Freunden im Krieg gestorben, wenn ja, wieviele?
Ja, leider sind zwei von meinen Freundinnen im Krieg umgekommen. Viele Freunde und Verwandte wurden verletzt.

5. Wie sind die Kinder heile zur Schule gekommen?
Die meiste Zeit konnten die Kinder ganz normal zur Schule laufen.

6. Wieviele Geschwister hattest du?
Ich hatte drei Brüder, die waren alle im Krieg. Sie sind alle mehr oder weniger verletzt zurückgekehrt.

Zeitzeugenbefragung von Esther Voort, Klasse 5c

„Uns blieb nur die Kleidung am Körper“

Josine Schevel, 19.2.1940

Wie alt warst du?
„Ich war 5 Jahre ich bin 1940 geboren und war 1945 5 Jahre alt.“

Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
„Meine Mutter war alleine, weil mein Vater im Krieg war, und wenn bei uns Fliegeralarm war, wurden wir wach gemacht. Dann hat meine Mutter, wir waren mit 2 Geschwistern, unter jeden Arm ein Kind geklemmt und dann sind wir zu unserer Wiese gelaufen. Da war so ein Unterstand und da sind wir dann so lange geblieben bis der Fliegeralarm (bis die Flugzeuge) weg waren.“

Berichte mir doch bitte von deinen wichtigsten Gedanken und Gefühle!
„Wir hatten nur immer Angst man hat von weitem immer das schießen gehört und die Soldaten die bei uns alle waren. Da hatte man nur Angst“
„Hoffentlich hat das bald ein Ende. Man konnte nicht mehr spielen man konnte gar nichts mehr, man hatte nur immer Angst“

Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
„Wir mussten aus unserem Haus raus und wurden bei einem Bauern untergebracht. Irgendwann bekamen wir dann Bescheid, dass wir wieder zurück durften. Wir waren mit Pferd und Wagen auf dem Weg zurück zu unserem Haus als schon wieder neue Soldaten und Panzer kamen. Wir mussten wieder umdrehen und zu dem Bauern zurückgehen. Die Soldaten haben uns den Wagen, und alles was darauf lag, weggenommen und wir konnten nur mit unserem Pferd und den Sachen, die wir anhatten zurück zu dem Bauernhof. Weiterlesen ‚„Uns blieb nur die Kleidung am Körper“‘

Als die Engländer unseren Bauernhof in Gildehaus besetzten

Befragt wurde Hanni Hoegen, geboren am 25.9.1933.

1. Wie alt warst du?
Am Anfang des Krieges 6 Jahre und am Ende 13 Jahre.

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Wenn Fliegeralarm war, mussten wir schnell bei Bäcker Holtkamp in den Keller.

3. Schildere mir doch bitte dein wichtigstes Gefühl während des Krieges!
Ich hatte ganz viel Angst, dass Bomben fielen.

4. Berichte bitte von einem besondern Ereignis!
Als der Krieg zu Ende war, kamen die Engländer und liefen um die Bäume von unseren Bauernhof mit Gewehr. Ich dachte :“Die schießen uns jetzt alle tot!“ Aber sie waren nett zu mir.

5. Was habt ihr in der Freizeit gemacht? Mit welchem Spielzeug habt ihr gespielt?
Völkerball, Verstecken, Hüpfekästchen, mit dem Ball und ich hatte eine Puppe.

6. Wie war es damals in der Schule?
Ganz oft Fliegeralarm. Dann hatten wir frei!

von Jana 5c (2008)

Kindheit in Gildehaus

Befragt wurde Johann Schütmaat, geboren am 29.4.1933 in Gildehaus

1. Wie alt warst du?
1939 war ich 6 Jahre.

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
In den letzten Kriegsjahren gab es fast jeden Tag Fliegeralarm. Auf unserem Schulgebäude stand eine Sirene. Wenn feindliche Flugzeuge gemeldet wurden, heulte sie in kurzen, lauten Tönen auf. Dann packten wir die Schulsachen blitzschnell zusammen und rannten nach Hause. Wenn Tiefflieger angeflogen kamen sprangen wir schnell in einen Graben, weil wir Angst hatten, sie könnten auf uns schießen.

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Als kleines Kind hat man sich noch nicht viel Gedanken über den Krieg gemacht. Ich war schon traurig, dass ich meinen Vater nur etwa 2 Wochen im ganzen Jahr sehen konnte , weil er irgendwo in einem fremden Land Soldat war und die große Gefahr bestand, dass er nicht wieder heimkommen würde.

4. Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
An ein schlimmes Erlebnis kann ich mich noch gut erinnern. Ich musste für meine Mutter ein Brot holen, der Bäcker war der einzige der in unserer Umgebung ein Telefon hatte. Als ich den Laden betrat hörte ich plötzlich eine Frau laut schreien, dieser Schrei ging in ein lautes Weinen über, nachher hörte ich, sie hatte gerade die traurige Nachricht erhalten, dass ihr Sohn in Russland gefallen war.

Weiterlesen ‚Kindheit in Gildehaus‘

Helga und Bernhard als Kinder in den Kriegsjahren

Befragt wurden Bernhard Schütte, geb.1927 in Schüttorf, und Helga Schütte, geb.1927 in Schlesien.

1. Wie alt warst du?
Helga: „Ich war 12 Jahre alt.“
Bernhard: „Ich war 12 Jahre alt.“

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Bernhard: „Bei einem Fliegeralarm mussten wir uns im Keller verstecken. Die Flugzeuge flogen über die Grafschaft und warfen ihre Bomben im Ruhrgebiet ab.“

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken während des Krieges!
Bernhard: „Wir haben Angst gehabt.“
Helga: „Ich habe ganz viel Angst gehabt und wünschte mir, dass der Krieg vorübergeht.“

4. Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
Helga: „Die Russen haben uns vertrieben und meinen Vater eingesperrt, weil als er gesehen hat, dass die Juden in den Baracken am Verhungern waren, hat er immer heimlich Essen und Trinken vor den Wald gestellt, dass sich die Juden dann geholt haben.“

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