Archiv der Kategorie 'Klasse 5a (Schuljahr 2008/2009)'

Die letzten Kriegsjahre in Bad Bentheim

Interview mit Herrn D.S. (geb. 1924) und seiner Frau G.S.

Wie alt waren Sie als der Krieg ausbrach?
Er brach am 1.September 39 aus. Da war ich 15 Jahre.
Waren sie noch Schüler – oder schon in einer Ausbildung?

Ne, da war ich noch Schüler.
Und Sie?
Da war ich im Pflichtjahr.

Waren Sie während des Krieges Soldat? Ja!

Wie sah Bentheim zu dieser Zeit aus? Und wie am Ende des Krieges? Wie sah die Schule aus? Bentheim hat sich im Kriege eigentlich überhaupt nicht verändert. Kriegsschäden haben wir in Bentheim so gut wie überhaupt nicht gehabt. Nur im Westen etwas, aber das war nicht allzu viel. Und, also, das Verwaltungsgebäude der Bentheimer Eisenbahn war zum Teil weg, weil Bomben gefallen waren. Aber sonst war hier in Bentheim nicht viel passiert. Und Bauer Lütter war ausgebrannt und der Bauer Vogelsang. Das war beim Einmarsch der englischen Truppen. Und die Schulen waren alle in Ordnung, da war nicht viel passiert. Nur in der Mittelschule, heute ist das die Grund- und Hauptschule, da war ein Lazarett drin. Da waren verwundete Soldaten untergebracht. Aber kaputt war die nicht, die war beschlagnahmt für verwundete Soldaten.

Und wurden die Geschäfte zerstört? Nein, nein, nein.

Wurde in den Geschäften denn auch normal verkauft? Also, im Kriege wurde da nicht mehr normal verkauft, weil es ja nichts mehr gab. Lebensmittelkarten gab es ja. Weil es gab ja sonst nichts mehr. Man konnte nicht das kaufen, was man gerne haben wollte. Man musste das kaufen, was gerade da war. Es war beschränkt – und man konnte nur auf Bezugsschein kaufen. Wenn man was haben wollte und brauchte, dann kriegte man vom Rathaus einen Bezugsschein. Oder auch eine Kleiderkarte. Und dann konnte man das kaufen.

Und Gebäude- wurden da noch welche außer den Bauernhöfen zerstört? Ja, vom Westen her, in der Gildehauser Straße. Das Haus Ewen ist ausgebrannt und Malermeister Kock – wo Hofstiege und Gildehauser Straße sich treffen. Und in der Wilhelmstraße oder Pastuninkstiege sind die ersten beiden Häuser ausgebrannt. Im Westen Bentheims sind einige Häuser ausgebrannt. weiterlesen ‘Die letzten Kriegsjahre in Bad Bentheim’

Zwischen Tieffliegern und Hamsterfahrern – Das Leben in Bentheims Bauernschaft von 1938 bis 1947

Befragt wurde Gerhada Hagel (geb. Bründermann) über das Leben der Bauern von 1938 bis 1947

Was hattet ihr früher für Unterrichtsfächer?
Das war zum Bespiel das deutsche Lesebuch… Und weißt du was? Ich bin 1938 zur Schule gegangen, 1939 brach der Krieg aus. Die ersten Schuljahre, die waren normal. Und wir hatten auch , ich glaube Montags war das, Religionsunterricht. Aber, als die Nazis mehr und mehr an die Regierung kamen und mehr zu sagen hatten, da hatten wir kein Religion mehr. Da mussten wir immer eine oder einer aus der Klasse nach vorne kommen und einen Wochenspruch aufsagen. Und die letzten paar Jahre, das war 1943 bis 1944 und 1944, 1945, da haben wir nur 84 Stunden Schule gehabt. Da war dauernd Fliegeralarm.

Was tatet ihr wenn während der Schule Tiefflieger kamen?
Ja, wir wohnten ja weiter von der Schule entfernt. Ich bin ja in Bentheim auf die Hauptschule gegangen, und da mussten wir bei einer Schulkameradin bleiben. Wenn dann wieder Entwarnung war, dann kamen Alarmsirenen, dann mussten wir alle raus. Es kamen ja die Bomber von England. Dann mussten wir zu einer Schulkameradin und so lange warten bis die Gefahr so ziemlich vorbei war. Dann kam die Entwarnung, das war ein Dauerton mit der Sirene. Dann mussten wir wieder zur Schule los. Und somit hatten wir zum Beispiel kein Geschichte, wir hatten so viele Fächer gar nicht. Dann im letzten Schuljahr, 1944/1945, fing im Herbst erst wieder die Schule an. Da war ja alles durcheinander und alles zerstört. Wir als Kinder hatten das ja nicht vermutet. Meine Zwillingsschwester Pauline und ich durften dann ein Jahr länger zur Schule gehen weil wir so wenig Unterricht hatten. Wir wären 1946 aus der Schule gekommen aber dann sind wir 1947 entlassen worden. Das war ein tolles Jahr.

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Einschulung 1930

Ein I-Dötzchen aus Bad Bentheim 1930

Ein I-Dötzchen aus Bad Bentheim 1930

Das Leben von früher

Zeitzeugenbefragung

Befragt wurde f. l.

1.Was habt ihr früher gegessen?

Mittags gab es Eintopf,oder Grünkohl,Sauerkraut,Rotebete u.v.m.

Abends gab es Milch oder Pfannkuchen.

2.Was habt ihr damals in der Schule getragen?

Normale Sachen,wie ihr eigentlich. Nur nicht so fein wie jetzt.

3.Welches gefühl hattest du bei dem krieg

Ich hatte angst,mein Vater war im Krieg und meine Mutter war mit 4 Kindern (also mit mir)zu Haus.

4.Ist es schon während der Schule angefangen?

Wenn die Sirene ging dann mussten im Keller vom Hohn.

5.Wie alt warst du am Anfang des Krieges und deine Geschwister?

Mein Bruder war 0 Jahre alt,meine Schwester war 2 und ich war 3 Jahre alt.

von Dorith und Ami

Wie meine Uroma, die 86 Jahre alt ist, in Bochum den 2.Weltkrieg erlebte.

Befragt wurde Inge Zender, geboren 1922, in Bochum.

1. Wie alt warst du als der Weltkrieg 1939 begann?
Ich war 17 Jahre alt als der Krieg begann.

2. Wo hast du mit deinen Eltern gewohnt?
Wir haben in Bochum gewohnt.

3. Gingst du noch zur Schule als der Krieg begann?
Nein, ich hatte gerade meine Lehre zur kaufmännischen Angestellte bei der Firma Kortum begonnen.

4. Wie hast du die erste Zeit des Krieges empfunden?
Da wir nicht wussten, was wirklich war, hatten wir gemischte Gefühle. Um meinen Vater hatte ich Angst, da er gleich Soldat wurde.

5. Hat dein Vater den Krieg überlebt?
Ja, nach dem Polenfeldzug war er noch in Frankreich, von dort aus kam er Schwerverletzt zurück und musste nicht mehr in den Krieg. Nur in den letzten Kriegswochen zum Volkssturm.

6. Warst du die ganze Kriegszeit in Bochum?
1 Jahr war ich in der Munitionsfabrik in Bad Zwischenahn, das war mein Pflichtjahr . Wir mussten Munitionshülsen herstellen.

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Eine Kindheit im Kaukasus

Befragt wurde Herr L. S., geboren am 20.04.1937 im Kaukasus

1. Wie war das Spielzeug früher?
Die Kinder haben mit Tierknochen oder einem Ball Baseball gespielt. Sie haben draußen auf Wiesen und im Wald viel Zeit verbracht. Sie haben Beeren, Pilze gesammelt und sie haben Stöcke gesammelt um mit Freunden ein Lagerfeuer gemacht.

2. Wie war die Schule früher?
Mit den Nachbarjungs sind sie mehrere km zur Schule gelaufen. Die Lehrer waren sehr streng und es gab manchmal auch Ohrfeigen. Sie mussten eine Uniform tragen, das war Pflicht. In der Klasse waren Kinder aus unterschiedlichen Jahrgängen.

3. Was gab es zu Essen?
Kohlsuppe, Pilze, Beeren, Kartoffeln, Brei, ganz wenig Fleisch, Rübensuppe und ein kleines Stück Brot. Sie hatten meistens Hunger.

4. Wo habt ihr geschlafen?
Die Familie hatte keine Betten. Sie haben immer auf dem Boden geschlafen. Später gab es einen großen Lehmofen dort haben sie immer gekocht und in der 1. Etage vom Lehmofen konnten sie schlafen und es war schön warm.

5. Womit habt ihr geheizt?
Im Sommer und im Herbst haben die Kinder mit den Eltern Stroh gesammelt und Holz gehackt und für den Winter in einem Schuppen gelagert, damit sie im Winter mit dem Ofen das Haus heizen konnten. Es gab keine Heizung wie jetzt.

Zeitzeugenbefragung von Tim S. (5a, 2008)

Die Vertreibung meines Opas

Befragt wurde Martin Krüger (72)

1. Mit welchem Alter wurdest du vertrieben?
Mit zehn Jahren wurde ich aus meiner Heimat vertrieben.

2. Welchen Weg nahmst du?
Zu Fuß von Pommern über die Oder bis hinter Stettin.

3. Wie oft hattet ihr Pause?
Nur wenn der Track zum Stehen kam, machten wir Pause, sonst nicht.

4. Wie lange seid ihr gereist?
Wir sind 3-4 Wochen umhergeirrt.

5. Wo habt ihr geschlafen?
In der Dunkelheit am Straßenrand und in Scheunen.

6. Wie sah euer Speiseplan aus?
Der Proviant bestand aus mitgenommenen Sachen, z.B. Brot, Schmalz, Sirup.

7. Wie froh warst du als ihr angekommen?
Die Strapazen waren beendet und wir dankten Gott.

8. Wann war die Flucht beendet?
1947, am 15.Oktober war die Vertreibung zu Ende.

Stinkbomben und Kartoffelfeuer

Befragt wurde Frau C.H, geboren 1964.

1. Was hattest du zu essen, als du so alt warst wie ich und wie viel?
Es war wohl immer genug zu essen da, aber es gab nicht so viel Auswahl. Orangen gab es nur im Winter und einige Gemüsesorten kannten wir gar nicht z.B. Aubergine, Zucchini.

2. Wie war deine Schulzeit als Mädchen?
Von der 1.-4. Klasse bin ich gerne zur Schule gegangen. Wir hatten 4 Jahre lang die gleiche Klassenlehrerin. Danach war die Schule doof. Geschichte war langweiliger als heute, wir mussten immer Zahlen auswendig lernen. In Englisch mussten wir früher stramm stehen.

3. Was und wie habt ihr früher gespielt?
Wir haben früher im Wald gespielt auf Jägerhochständen, Räuber und Gendarm, Verstecken, Molche und Stichlinge und Frösche gefangen. Wir haben Stinkbomben gebaut, Kartoffelfeuer gemacht und Rollschuhrennen gefahren.

4. Wie war der Tagesablauf früher?
Ich musste um 6 Uhr aufstehen und nach dem Frühstück musste ich vor der Schule die Hühner und Schafe füttern. Dann bin ich mit dem Fahrrad nach Bad Bentheim zur Schule gefahren und nach der 5.-6. Stunde nach Hause gekommen. Nach dem Mittagessen habe ich Hausaufgaben gemacht. Anschließend konnte ich spielen oder im Haushalt helfen. Ich musste um 6 zu Hause sein. Nach dem Abendbrot durfte, ich noch ein bisschen Fernsehen und musste um 8 ins Bett.

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Befragung vom 2. Weltkrieg

Befragt wurden Annemarie und Dieter Tepper

1.Wie alt wart ihr als der 2. Weltkrieg aufhörte ?

Ich war 5 und meine Frau war 1.

2.Wie habt ihr die Kriegszeit überlebt ?

Wir hatten immer genug zu essen für alle,

aber mussten trotzdem füchten.

3.Wo seid ihr nachher hingeflüchtet?

Wir sind in den geschützten Keller unserer Nachbarn geflüchtet.

4.Musstet ihr zur Sicherheit aus dem Haus flüchten?

Ja, denn unser Haus wurde mit Bomben gesprängt.

5.Wo hattet ihr euer essen her?

Aus dem eigenem Garten, und von Verwanten.

6.War euer Wohnort ein Kriegsgebiet?

Nein erst viel später wo der Krieg schon fast vorbei war kamen die großen

Bombenwerfer und die Panzerfahrer und haben alles zerstört.

7.Ist jemand aus deiner familie beim Krieg umgekommen?

Ja, mein Onkel in Russland. Er war 23 als er starb.

8.Hatte früher jede Familie einen Garten mit Gemüse?

Ja,denn ein Garten war sehr nützlich in armen Zeiten.

Von Marlena C.und Laura W. KL.5a 08-09

Ein Tagebuch vom 2. Weltkrieg

Bericht von Anne F. geboren 1941, aus dem Tagebuch ihrer Mutter Maria F. geboren 1911

Ihre Eltern wohnten in Bernwald / Schlesien auf einem Hof mit Tieren und Landwirtschaft.

Es gab schon 1939 politische Unruhen. Anfang 1941 wurde ihr Vater Otto, geboren 1907, in den Krieg eingezogen, da war sie, meine Oma Anne noch gar nicht geboren. Am 22.06.1941, wo meine Oma geboren wurde, kam die Kriegserklärung gegen Russland. Ihre Mutter bekam, da sie allein war, Arbeiter gestellt. Diese Männer mussten jedoch mit 19 Jahren auch in den Krieg.

Das leben in Bernwald wurde unsicher. Die Russen zogen durch das Dorf und plünderten. Am 17.06.1945 musste meine Uroma, um 07:00 uhrfrüh, Haus und Hof verlassen. Nur wenige Sachen konnte sie mitnehmen, denn sie hatte auch noch zwei kleine Kinder. Viele wertvolle Sachen, die sie nicht mitnehmen konnte, hatte sie draußen am haus vergraben und versteckt. Sie kamen nach Lichtenwalde zu den Schwiegereltern meiner Uroma. Am 18.03.1946 wurden sie von den Polen aus Lichtenwalde in Schlesien verjagt. Am 19.03.1946 kamen sie nach Mittenwalde. Am 20.03.1946 wurden sie in Viehwagons verfrachtet. Sie hatten wenig Platz und wenig Habseligkeiten. Die Luft war sehr schlecht. Die Fahrt ging 3 Tage ins Ungewisse, sie wussten nicht, wohin sie gebracht wurden. Überall waren verwüstete Dörfer und Städte. Sie kamen nach Schöningen ins Auffanglager. Dort bekamen sie Registrierungsscheine, wurden entlaust und verpflegt. Dann ging es weiter nach Goslar, von dort aus kam meine Uroma nach Lengde, wo sie mit ihren 2 Kindern aufgenommen wurde. Sie arbeitet dort auf dem Hof. Meine Uroma ließ meinen Uropa durch das Rote Kreuz und Suchaktionen suchen. Sie erfuhr das ihr Mann in englischer Gefangenschaft lebte. 1947 kam mein Uropa nach Lengde, wo er meiner Oma, also sein zweites Kind das erste mal sah. Er bekam dort auch Arbeit in der Landwirtschaft.

Sie bauten sich eine neue Heimat in Beuchte, ca. 3 km von Lengde, auf. Dort lebten sie bis zu ihrem Tod. Von meiner Oma die Schwester wohnt noch heute in diesem Haus. Zu den Leuten, die damals meine Uroma aufgenommen haben, besteht heute noch Kontakt.

Meine Oma hat 5 Onkels im Krieg verloren. Ein Onkel wurde schwer verletzt.

Im Krieg mussten sie sich oft vor den Russen und Polen verstecken und leise sein.

Sie hatten schreckliche Angst, da sie gequält, vergewaltigt oder getötet wurden.

Zu Essen gab es wenig – Kartoffeln, Eier, geschlachtete Tiere. Sie waren auf die Hilfe von anderen angewiesen.

Die Kinder hatten wenig zum spielen. So wurde mit Steinen, Wäscheklammern, Stöckern oder ähnliches gespielt.

Das Schlimmste waren die Unruhen, die Ungewissheit was kommt und ob noch alle am Leben waren.

Ihr altes Zuhause haben sie später noch einmal gesehen, alles war zerstört und abgebrannt. Die vergrabenen Wertsachen wurden nicht wieder gefunden.

Von Laura W. und Marlena C. Klasse 5a

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