Lehrer warnt meinen Opa vor der Einberufung zur Wehrmacht


Befragt wurde Franz Deiters, geboren am 13. 9. 1929. Aufgewachsen in Drievorden.

1. Wie alt warst du zu Kriegsbeginn?
Zu Kriegsbeginn war ich 10 Jahre alt.( geb. 1929)
2. Wo lebtest du zu der Zeit?
In Drievorden auf einem landwirtschaftlichen Betrieb.
3. Wie hast du dich nachts gefühlt?
Ich hatte keine Angst, denn ich lebte auf dem Land. Dort gab es nicht so viele Fliegerangriffe wie in der Stadt.
4. Hattest du Geschwister?
Ja, ich hatte 9 Geschwister.
5. Wie ist es denen im Krieg ergangen?
Mein Bruder Heinrich war bei einem Manöver. Da es nachts kalt war kaufte er sich für eine Reichsmark Heu von einem Bauern. Doch der Unteroffizier befahl ihm das Heu unter sein Pferd zu legen. Er musste auf dem Boden im Zelt schlafen. Deshalb erkrankte er an Grippe. Er durfte für ein paar Tage nach Hause. Da hat meine Mutter nachts den Arzt angerufen und er wurde ins Krankenhaus gebracht. Von dort aus wurde er ins Lazarett nach Meppen transportiert. Da ist er gestorben.
Zwei meiner Brüder sind zum Glück gesund aus dem Krieg gekommen.
6. Wie verlief die Flucht, falls du eine hattest?
Mein jüngster Bruder und ich sollten 8 Tage vor Kriegsende in den Krieg ziehen. Doch mein ehemaliger Lehrer warnte meine Eltern und riet ihnen, uns zu verstecken. Wir versteckten uns bei meiner ältesten Schwester in Leschede. Auf ihrem Grundstück standen viele Tannen. Doch das Versteck lag direkt neben den Bahngleisen. Als dann eines Tages Tiefflieger auf eine Bahn schossen, mussten wir uns schnell im Keller meiner Schwester verstecken.
7. Hattet ihr immer genug zu Essen?
Ja, wir lebten auf einem Bauernhof. Andere Leute kamen aus dem Ruhrgebiet zu uns und fragten nach Nahrung. Manchmal boten sie uns auch andere Dinge zum Tausch an. Einen Tag habe ich mitgezählt: es waren 33 Personen!
8. Wie sah deine Freizeit aus?
Zusammen mit meinen Geschwistern bin ich im Feld spazieren gegangen und habe Tiere beobachtet. Ich musste auch in die Hitlerjugend.
9. Wie schützte man sich in gefährlichen Situationen?
Wenn es ganz schlimm war, mussten wir in den Keller.
10. Wie hast du erfahren, dass der Krieg zu Ende war?
Über das Radio.

Autorin: Ronja Deiters

3 Antworten zu „Lehrer warnt meinen Opa vor der Einberufung zur Wehrmacht“


  1. 1 Sophie 31. Oktober 2008 um 1:59

    schön mit dem Foto

  2. 2 Christian Rennert 31. Oktober 2008 um 2:04

    sehr Gut und schönes Foto.

  3. 3 Alena u. Dana 28. November 2008 um 5:37

    Dein Text war gut geschrieben und schön zusammengefasst


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