Archiv für 10. Oktober 2008

Kindheit in Gildehaus

Befragt wurde Johann Schütmaat, geboren am 29.4.1933 in Gildehaus

1. Wie alt warst du?
1939 war ich 6 Jahre.

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
In den letzten Kriegsjahren gab es fast jeden Tag Fliegeralarm. Auf unserem Schulgebäude stand eine Sirene. Wenn feindliche Flugzeuge gemeldet wurden, heulte sie in kurzen, lauten Tönen auf. Dann packten wir die Schulsachen blitzschnell zusammen und rannten nach Hause. Wenn Tiefflieger angeflogen kamen sprangen wir schnell in einen Graben, weil wir Angst hatten, sie könnten auf uns schießen.

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Als kleines Kind hat man sich noch nicht viel Gedanken über den Krieg gemacht. Ich war schon traurig, dass ich meinen Vater nur etwa 2 Wochen im ganzen Jahr sehen konnte , weil er irgendwo in einem fremden Land Soldat war und die große Gefahr bestand, dass er nicht wieder heimkommen würde.

4. Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
An ein schlimmes Erlebnis kann ich mich noch gut erinnern. Ich musste für meine Mutter ein Brot holen, der Bäcker war der einzige der in unserer Umgebung ein Telefon hatte. Als ich den Laden betrat hörte ich plötzlich eine Frau laut schreien, dieser Schrei ging in ein lautes Weinen über, nachher hörte ich, sie hatte gerade die traurige Nachricht erhalten, dass ihr Sohn in Russland gefallen war.

weiterlesen ‘Kindheit in Gildehaus’

Helga und Bernhard als Kinder in den Kriegsjahren

Befragt wurden Bernhard Schütte, geb.1927 in Schüttorf, und Helga Schütte, geb.1927 in Schlesien.

1. Wie alt warst du?
Helga: „Ich war 12 Jahre alt.“
Bernhard: „Ich war 12 Jahre alt.“

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Bernhard: „Bei einem Fliegeralarm mussten wir uns im Keller verstecken. Die Flugzeuge flogen über die Grafschaft und warfen ihre Bomben im Ruhrgebiet ab.“

3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken während des Krieges!
Bernhard: „Wir haben Angst gehabt.“
Helga: „Ich habe ganz viel Angst gehabt und wünschte mir, dass der Krieg vorübergeht.“

4. Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
Helga: „Die Russen haben uns vertrieben und meinen Vater eingesperrt, weil als er gesehen hat, dass die Juden in den Baracken am Verhungern waren, hat er immer heimlich Essen und Trinken vor den Wald gestellt, dass sich die Juden dann geholt haben.“

weiterlesen ‘Helga und Bernhard als Kinder in den Kriegsjahren’

Leben im Krieg

Befragt wurde A. Lenz, geb. 1934 in Ochtrup.

Wo habt ihr im Krieg gewohnt?
Zu Hause im eigenen Haus in Ochtrup.

Wo habt ihr Wasser geholt?
Wir hatten eine Wasserleitung. Nur in einem Kriegswinter ist die Leitung zugefroren, da mussten wir Wasser aus dem Brunnen am Ende der Straße holen. Zum Waschen haben wir Schnee geschmolzen.

Mit welchen Spielzeugen habt ihr gespielt?
Nur mit selbst gemachten Sachen. Aus Holz und Holunderzweigen, die innen hohl waren, haben wir uns Flöten geschnitzt.

Kennst du noch deine besten Freunde?
Mit einigen treffe ich mich noch regelmäßig.

Kennst du jemanden, der im Krieg ein Kind bekommen hat?
Ja, meine Mutter, sie hat zwei Kinder im Krieg bekommen.

Wie seid ihr heil zur Schule gekommen?
Wir sind nicht über die Straße, sondern durch den Wald gegangen, damit die Flugzeuge uns nicht sahen.

Wurdet ihr verletzt?
Nein, wir sind gesund geblieben. Aber ein Schulfreund wurde von einer Fliegerbombe getötet.

Zeitzeugenbefragung von Carolin Mönnink (5c, 2008)

Große Angst um Vater bei einer Bombardierung

Eine Kindheit im Krieg von Christine K., geb. 1937 in Bentheim

Kriegserfahrungen ( 1939-1945 )

Wie alt warst du?
Ich war 2 Jahre alt, als Krieg anfing (ich bin 1937 geboren), und war dann 8 Jahre alt, als er zu Ende war.

Wie war es bei einem Fliegeralarm?
Es gab Vorwarnung und Hauptwarnung. Die Kinder mussten alle nach Hause rennen. Ich war noch Volksschülerin (Grundschule). Ich war in der Johannesschule . Wir Kinder wussten ja, was Voralarm und was Hauptalarm war.

Und wenn ihr es nicht bis nach Hause geschafft habt?
Das war auch wohl manchmal schlimm. Ich weiß noch, dass ich durch die Heeresstraße rannte. Von der Gildehauser Straße die Treppen hoch und dann runter nach Hause. ich hatte es nicht wer weiß wie weit . Wir mussten uns dann auf den Boden legen, wenn Hauptalarm war, wenn wir die Flugzeuge hörten, die flogen ganz tief, so tief wie es ging.

Was war dein schlimmstes/wichtigstes Erlebnis?
Ich denke das war 1944, da war nachmittags ein Angriff, ein Fliegeralarm und man konnte die Bomben hören, wie die in die Erde knallten oder wie die Bomben fielen. Und an dem Nachmittag ist mein Vater mit dem Zug in die Niedergrafschaft gefahren, da wurde eine Cousine von mir beerdigt. Ein kleines Kind und das war um die Zeit, als der Fliegeralarm in Bentheim war, als mein Vater wiederkommen musste – und er kam nicht. Ich hatte ganz schlimme Angst um meinen Vater. Um mich selber hatte ich eigendlich keine Angst. Da sagte ein Nachbar, dass das Eisenbahngebäude bombardiert worden ist. Ob Menschen dabei umgekommen sind, weiß ich nicht mehr. Aber viel später kam dann doch mein Vater. Die Züge haben ja auch manchmal Verspätungen. Und dann waren wir ganz froh – ich war jedenfalls ganz froh, dass mein Vater wieder da war.

weiterlesen ‘Große Angst um Vater bei einer Bombardierung’

Kindheit in Schlesien

Befragt wurde R. L., geb.1938, aufgewachsen in Schlesien.

1. Wie alt warst du?
Ich war damals 6 Jahre alt.

2. Wo lebtest du damals?
Ich lebte bis 1944 in Breslau (Schlesien, heute Polen)

3. Woran konntest du dich am meisten erinnern?
In diesem Jahr gab es viele Fliegerangriffe, so dass wir fast jeden Abend in den Luftschutzkeller flüchten mussten. Doch bald begaben wir uns nach Hirschberg zu den Großeltern, dort wurden keine Bomben geworfen.

4. Wie lange hab ihr dort gewohnt?
Bis Anfang 1946, dann wurden wir von polnische Soldaten aus der Wohnung vertrieben. Die polnischen Soldaten warfen die Scheiben mit Steinen ein und vertrieben uns.

5. Was hab ihr dann gemacht?
Wir sind mit einem Güterzug in dicht gefüllten Viehwagons nach Westen gefahren. Warendorf war Endstation, von hier aus ging es nach Riesenbeck bei Rheine.

von Tim, Nils und Axel 5c (08/09)

Kindheit in Samern

Befragt wurde Adele W., geb. 1932, aufgewachsen in Samern,

1. Wie alt warst du?
Am Beginn des Krieges 7 Jahre, nach dem Krieg 12einhalb Jahre

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Anfang des Krieges wurde die Ölraffinerie bombardiert. Die Englischen Bomber flogen über unser Haus. Wir sind dann in den Luftschutzbunker geflüchtet.

3. Berichte bitte von einem schlimmen Erlebnis!
Vier meiner Onkels sind im Krieg gefallen. Wir hatten große Angst, wenn Fliegeralarm war.

4. Was habt ihr in der Freizeit gemacht?
Winter 1943-44 waren wir an der Bahnstrecke Amsterdam – Berlin Schlittschuh fahren, als ein Zug kam, der vom Tiefflieger beschossen wurde (mit Bordwaffen, 20 cm Geschosse). Wir Kinder haben uns hinter Büschen neben der Bahnstrecke versteckt. Vor lauter Angst haben wir uns nicht bewegt. Wir waren nur ca. 15- 20 m entfernt.  Als der Flieger weg war, sind wir schnell nach Hause gerannt.

weiterlesen ‘Kindheit in Samern’

Krieg in Schüttorf

Opa, H.B., wurde am 20.07.1931 in Osnabrück geboren. Er ist in Schüttorf aufgewachsen und zur Schule gegangen.

1.Wie alt warst du?
Ich war 13 Jahre alt.

2.Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Wenn Fliegeralarm war, mussten wir in den Luftschutzkeller und wenn er zu voll war, mussten wir nach Hause. Dadurch sind viele Schulstunden ausgefallen.

3.Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Ich hatte Angst vor einem Bombenangriff!

4.Berichte bitte von einem wichtigen / schlimmen / besonderen Erlebnis!
Auf einer Zugfahrt von Schüttorf nach Rheine sind wir von Tieffliegern beschossen worden.

5.Was habt ihr in der Freizeit gemacht?
Mit welchen Spielzeugen habt ihr gespielt?
Pindopp (Kreisel), wir haben mit einem Ball gespielt, Völkerball. Wir sind auch viel in Bäumen herumgeklettert und haben Sandburgen gebaut.

weiterlesen ‘Krieg in Schüttorf’

Kindheit in Hannover

Befragt wurde I.M. geb. 1923 in Hannover

Wie alt warst du ?
Am Anfang des Krieges war ich 16 Jahre alt und zum Ende des Krieges war ich 22 Jahre alt.

Berichte von einem Fliegeralarm.
Als Fliegeralarm war hatte ich schreckliche Angst und bin um mein Leben gerannt um noch rechzeitig in den Bunker zu kommen

Schildere bitte von deinen wichtigsten Gedanken/Gefühle während das Krieges. Ich hatte Angst und war depriniert, besonders als Angriffe warn.

Was habt ihr in eurer Freizeit gemacht? In meiner Freizeit habe ich viel gebastelt, Taschen geflochten und Sport getrieben.

Wie war es damals in der Schule? In der Schule waren die Lehrer sehr streng und ich musste oft Strafarbeiten machen.

Hast du Flucht oder Vertreibung erlebt? Nein ich musste zum Glück nicht flüchten.

Schule vom Jahr 1930-1940

Musstet du Schulkleidung tragen? Nein, ich musste keine Schulkleidung tragen.

Welche Fächer gab es? Es gab die Fächer:Deutsch, Rechnen, Religion, Raumlehre, Naturkunde, Sport, Erdkunde, Geschichte, Handarbeiten und singen.

Was habt ihr in den Pausen gespielt? In den Pausen haben wir meistens nur gefrühstückt.

Welche Strafen gab es in der Schule? Als Bestraffung gab es z.B. in der Ecke oder vor der Tür stehen Schulregeln abschreiben und nachsitzen.

Berichte bitte von einer Bestrafung in der Schule! Ich musste nachsitzen und Schulregeln abschreiben.

Berichte bitte von einem wichtigen/besonderen Erlebnis aus deiner Schulzeit! Wir mussten Untersucht werden weil eine Mitschülerin Lungen Tuberkulose hatte.

Sandra Luksherm Klasse;5c

Als Soldat in Norwegen

Befragt wurde G.K., geb. 1921 in Bentheim.

1. Musstet ihr mal in einen Bunker?
Nein wir mussten nie in einen Bunker.

2. Wie alt warst du?
Anfang des Krieges war ich 18.

3. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Der erste Fliegeralarm war gleich zu Anfang des Krieges. Die Bombe ist in Salzbergen in ein Ölwerk eingeschlagen. Man konnte die Flammen von Bentheim aus sehen.

4. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Ich bin 1941 Soldat geworden. Man hoffte natürlich das man den Krieg gewinnt so war man erzogen. Man merkte immer mehr das der Krieg nicht zur gewinnen war. Aber das durfte man nicht sagen.

5. Berichte bitte von einem wichtige/schlimmen Erlebnis!
Ich habe zum Glück nie erlebt, wie jemand erschossen wurde. Aber das Schlimmste war zu hören das bekannte gefallen waren.

6. Was habt ihr in der Freizeit gemacht?
Ich war Funker in Norwegen, 3 Jahre lang. Wir sind da oft Ski gefahren denn wir hatten sehr viel Freizeit.

weiterlesen ‘Als Soldat in Norwegen’

Tote Kühe nach Fliegeralarm

Johann Bergjan geb.1932 in Bad Bentheim

1 .Wie alt warst du?
Als der Krieg angefangen hat 7 Jahre und als er aufgehört hat 13 Jahre.

2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
Meine Schwestern Anna und Leida haben neben der Haustür mit einem Ball gespielt. Plötzlich gab über unserem Haus einen Luftkampf zwischen einem Deutschen und einem englischen Flugzeug, genau da, wo Anna und Leida vor ca. 5 Minuten noch gespielt hatten, waren Einschüsse in der Hauswand zu sehen.

3. Berichte bitte von einem schlimmen/ wichtigen/ besonderem Erlebnis!
In einer Nacht standen bei uns Zuhause die Kühe auf der Weide. Plötzlich wurde eine Bombe abgeschossen und traf einige Kühe, die dann am nächsten Morgen tot auf der Weide lagen.

4.Was habt ihr in eurer Freizeit gemacht?
Mit welchem Spielzeug habt ihr gespielt?
Erst einmal musste man die Arbeit zuhause erledigen und dann gaben wir z. B. Räder aus alten Fahrrädern genommen und haben sie mit einem Stock angeschoben und sind ihnen nachgelaufen. Das haben wir „Jageband“ genannt. Wir haben auch aus Schweineblasen Bälle gemacht, erst haben wir nach dem Schlachten die Blase aufgeblasen und dann zum Trocknen an die Decke gehängt. Dann waren sie fester als die Plastikbälle heutzutage.

5. Wie war es damals in der Schule?
Ich bin mit Holzschuhen an den Füßen zur Schule gegangen, die Schule ist aber oft wegen Fliegeralarm ausgefallen. Man hatte 5 Stunden mit vier Jahrgängen in einer Klasse, deshalb waren wir auch 35 – 40 Schüler in einer Klasse. Wir hatten auch Samstag Schule.

weiterlesen ‘Tote Kühe nach Fliegeralarm’

Nächste Seite »