Befragt wurde Johann Schütmaat, geboren am 29.4.1933 in Gildehaus
1. Wie alt warst du?
1939 war ich 6 Jahre.
2. Berichte bitte von einem Fliegeralarm!
In den letzten Kriegsjahren gab es fast jeden Tag Fliegeralarm. Auf unserem Schulgebäude stand eine Sirene. Wenn feindliche Flugzeuge gemeldet wurden, heulte sie in kurzen, lauten Tönen auf. Dann packten wir die Schulsachen blitzschnell zusammen und rannten nach Hause. Wenn Tiefflieger angeflogen kamen sprangen wir schnell in einen Graben, weil wir Angst hatten, sie könnten auf uns schießen.
3. Schildere mir doch bitte deine wichtigsten Gedanken und Gefühle während des Krieges!
Als kleines Kind hat man sich noch nicht viel Gedanken über den Krieg gemacht. Ich war schon traurig, dass ich meinen Vater nur etwa 2 Wochen im ganzen Jahr sehen konnte , weil er irgendwo in einem fremden Land Soldat war und die große Gefahr bestand, dass er nicht wieder heimkommen würde.
4. Berichte bitte von einem wichtigen/schlimmen/besonderen Erlebnis!
An ein schlimmes Erlebnis kann ich mich noch gut erinnern. Ich musste für meine Mutter ein Brot holen, der Bäcker war der einzige der in unserer Umgebung ein Telefon hatte. Als ich den Laden betrat hörte ich plötzlich eine Frau laut schreien, dieser Schrei ging in ein lautes Weinen über, nachher hörte ich, sie hatte gerade die traurige Nachricht erhalten, dass ihr Sohn in Russland gefallen war.

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