Name: Adele Elfers Geburtsjahr 1935
1.Kannst du bitte über deine Schulmaterialien berichten?
In den ersten zwei Jahren hatten wir Schiefertafelund Griffel, Schwamm
und Putzlappen. Die weiteren Jahre musste ich mir Hefte mit Hilfslinien besorgen,
dazu Grafitstifte die urkundenecht waren. In den Nachkriegsjahren musste ich aus Tintentabletten in Wasser aufgelöst meine selbst hergestellte Schreibflüssigkeit in einem Fläschchen im Tornister mitführen, dazu gehörten Federhalter und Feder.
2.Berichte mir bitte von spannenden/ interessanten Erlebnissen aus deiner Schulzeit!
In der fünften Klasse hatten wir Unterricht bei einem Lehrer der Alten Schule, der gern den Rohrstock tanzen ließ, und das bei der kleinsten Verfehlung.
Eines Morgens hatten zwei Jungen irgendetwas Belangloses ausgefressen.
Der eine war lang und dünn, der andere der kleinste aus der Klasse.
Die Schranktür stand offen, beide mussten vortreten.
Zuerst musste sich der kleine Junge vorbeugen und bekam mit dem Rohrstock seine Schläge auf den Po.
Dann stieß er den kleinen zur Seite und nahm sich den langen vor.
Bei dieser Aktion flog der Verhauene in den Schrank, die Tür ging zu, Klein – Alfred war im Schrank verschwunden. Dann ging das Gebrüll und Gelächter in der Klasse los.
Das machte den Lehrer erst recht wütend und er schlug mt dem Stock wie wild um sich, es ihm egal, wen er traf. Plötzlich hielt er inne und verließ wortlos den Raum.
3.Was hast du in deiner Schulzeit gelernt?
Ich erinnere mich an Rechenaufgaben mit dem Dreisatz, der Zinsrechnung und in Deutsch haben wir Mathilde Möhring gelesen, als es 1950 schon Bücher zu kaufen gab.
Den Namen des Autors habe ich leider vergessen.
In Physik haben wir das Prisma durchgenommen.
4.Berichte mir bitte über Bestrafungen in deiner Schulzeit!
Wenn wir beim Schwatzen erwischt wurden, bekamen wir Ohrfeigen oder Strafarbeiten auf.
Für morgendliches zuspätkommen mussten wir mindestens 20 Reihen (Ich muss pünktlich sein) achreiben und am nächsten Tag widersinnige Arbeit abgeben.
Da bis 1948 Papierknappheit herrschte, haben wir alte Tapeten auf der Rückseite beschriftet.
5.Berichte bitte über Pausenerlebnisse!
Ab der 7. Klasse hatten wir einen sehr strengen Lehrer, der eines Tages Pausebaufsicht hatte.
Von ihm fühlte ich mich ungerecht behandelt und sann auf Rache. Sein grauer Ledermantel mit Halbgürtel hing auf dem Flur. Mein Vater hatte Kaninchen geschlachtet, die Felle hingen zum trocknen auf der Wäscheleine, Pfoten Schwänzchen waren Abfall.
Eines Morgens nahm ich ein solches Schwänzchen mit zur Schule, dem ich schon einen kleinen Draht befestigt hatte. In der frühen Pause erblickte ich den Mantel, friff ein Fellstückchen und hängte das weiße an den Halbgürtel.
Niemanden habe ich von dieser Aktion erzählt. in der großen Pause hatte Herr A. Aufsicht auf dem Schulhof und stolzierte mit seinem Anhänger durch die Schülerreihen.
Alle Kinder haben gelacht, jedoch niemand hat ihm aufmerksam gemacht.
ich hatte meine Genugtuung, auf dem Heimweh war das Schwänzchen aber nicht mehr dran!
6. Wie viele Kinder waren in deiner Klasse?
Zeitweise waren in meiner Klasse( 1946; 5. Klasse) 56 Kinder. In der 8. Klasse der Volksschule waren wir noch etwas über 40 Kinder. Unsere zweier Bänke waren zurzeit mit drei Kindern besetzt. Ich habe immer versucht, in der Mitte zu sitzen, da ich am Ende der Bank leicht heruntergeschupst wurde.
Und dafür wurde ich noch bestraft.
Das Interview wurde von Esra Yavuz geschrieben.
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