geneigte leserschaft!

Auf diesen Seiten finden Sie die Ergebnisse eines Schulprojektes. Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 5 des Burg-Gymnasiumns Bad Bentheim haben sich zur Einbführung in das Fach Geschichte der Geschichte der eigenen Familie und Umgebung genähert.

Oft war dies das erste Mal, dass die Generationen über ihre Geschichte, besser ihre Geschichten sprachen. Enkel und Großeltern lernten sich in einer neuen Dimension – der historischen Dimension kennen.

Dass das Leben nicht immer so leicht war wie heute, war für die Schülerinnen und Schüler, die sich mit den Kriegserfahrungen der Genration ihrer Großeltern auseinandersetzen wollten, eine nahe gehende Erfahrung.

Oft waren die jungen Forscher erleichtert, gefragt zu haben, denn sie merkten: die Generation, die den Krieg erleben musste, stirbt und mit ihr die Erinnerung.

Das zeigte sich auch in der der Zeitzeugenbefragung vorangehenden Beschäftigung mit dem Stammbaum der eigenen Familie. Häufig waren die Kinder die ersten, die sich an die Aufzeichnung der Daten machten. Verblüfft mussten manche feststellen, dass sich schon in der dritten Generation (der Urgroßeltern) Namen, Daten, Lebensgeschichten verlieren, wenn sie nicht aufgeszeichnet wurden.

Die hier zu lesenden Beiträge sind damit ein Beitrag zum kollektiven Gedächtnis. Sie bleiben häufig unkommentiert. Und sie stehen nicht für eine wie auch immer geeichte historische Wahrheit.

Der Leser sei sich im Klaren darüber, dass sich die Erinnerungen hier vielfach gefiltert finden: Die Fragen der Kinder erfassen immer nur einen Ausschnitt der historischen Wirklichkeit, Nachfragen und Konkretisierungen gab es selten (und sie sind von Interviewern dieses Alters wohl auch nicht zu erwarten). Und auch die Befragten waren nicht immer in der Lage oder willens, den von ihnen erlebten Ausschnitt der historischen Wirklichkeit in Worte zu fassen.

Geschichte- auch die eigene – ist eben doch immer Konstruktion.