Wenn eine Tablette ein Schicksal bestimmt. Der Contergan-Arzneimittelskandal und seine Folgen.

1. Oktober 1957 – der Tag, an dem die Firma Chemie Grünenthal GmbH den Grundstein für die wohl größte Arzneimittelkatastrophe aller Zeiten legte. Es war der Tag, an dem das Schlafmittel Contergan auf den Markt gebracht wurde. Jedem Neugeborenen, dessen Mutter auch nur eine Tablette davon während der Schwangerschaft genommen hatte, stand ein Leben voller Hürden und Hindernisse bevor. Drei Jahrzehnte danach lässt Svenja Nordholt in ihrem Podcast einen Betroffenen und und einen Mediziner zu Wort kommen.

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Der Krieg aus der Sicht eines Niederländers

Befragter: Adrianus de Witt
Alter: 66
Geburtsdatum: 30.07.1940

Wo haben Sie im Krieg gewohnt?
Ich habe in Amsterdam, der Hauptstadt von Holland gewohnt

Wie alt waren Sie als Sie zur Schule kamen?
Ich war zwei Jahre alt, so wie alle anderen. Wir mussten zur Schule, weil man dort zu essen bekam und zu Hause hatte man nichts.

Hatte man genug zu essen?
Nein, die Deutschen haben alle Brücken zu Amsterdam geschlossen, so das kein Essen mehr geliefert werden konnte. Als ich vier Jahre alt war habe ich Tulpenzwiebeln gegessen.

Wurde sehr viel zerstört?
Ja, viele Gebäude wurden zerstört.

War in der Nähe ein Schutzbunker?
Nein, bei uns in der Nähe war kein Bunker.

Hatten Sie Angst?
Nein, weil ich noch zu klein war.

Von Marlous de Witt (Kl. 5b)

Schule in Schüttorf (50er Jahre)

Name:Hans-Jürgen Groothus
Alter:60Jahre
Beruf:Rentner
Familienstand:verheiratet mit Ehefrau Helga

Wie alt warst du, als du zur Schule gehen musstest?
-„Man ging von 6-14 zur Schule.“

Was für Fächer gab es früher in der Schule?
-„Deutsch, Mathe, Religion, Werken, Sport, Erdkunde und Englisch. Doch wir mussten nur freiwillig am Englischunterricht teilnehmen“.

Musstet ihr Schuluniformen tragen?
-„Nein,mussten wir nicht.“

Was waren Strafen(z.B. wenn ihr geredet habt)in der Schule?
-„Die Lehrer zogen uns an den Ohrläppchen und einer warf mit Kreide auf uns, ein anderer jedoch schlug mit einem Lineal auf unsere Finger. Das tat weh!

Was habt ihr früher gespielt?
-,,Pfennig und Felgenrennen.“

Wie ging das?
-,,Pfennig: Man zog eine Linie und stellte sich drei Meter von der Linie entfernt. Jeder warf mit einer Münze und welche Münze am dichtesten an der Linie lag bekam alle Münzen.
Felgen: Man nahm eine Felge von einem Fahrrad und einen Holzstock. Dann schlug man mit dem Stock an den Reifen und wer als erstes durch das Ziel kam hat gewonnen.“

von Sina und Denise (Klasse 5a)

Krieg auf dem Lande

Johanna Stehmann (87)

1. Was hatte man für Gefühle?
Mein Mann war in Russland bei der Armee, daher hatte ich viel Angst um ihn, ich habe viele Briefe bekommen.

2. Wie alt warst du?
20-27 Jahre.

3. Wo hast du gewohnt?
Bei meinen Eltern auf dem Bauernhof.

4. Was hattest du zu essen?
Durch die Landwirtschaft hatten wir fast alles zum Leben. Kleider konnten wir durch Tauschgeschäfte bekommen.

5. Wie habt ihr euch im Winter warm gehalten?
Durch einen Ofen, einen Kochherd und Holz.

weiterlesen ‘Krieg auf dem Lande’

Das Leben während des Krieges in Rheine

Maria Timmer (geb. Berghaus), wohnhaft in Rheine, 72, Rentnerin, Geburtsjahr 1935.

1. Was habt ihr gegessen, als die Nahrungsmittel knapp waren?
Maisbrot und Gemüse aus Gartenanbau. Wer eine Garage hatte, konnte da ein Schwein halten - aber das kostete viel. Wir haben auch ein Schwein gehalten und jedes mal wenn eins geschlachtet wurde, durften wir uns nicht verabreden, weil wir schwarz geschlachtet haben. Mein Onkel hatte eine Metzgerei, wo er uns das Schwein dann zu Wurst verarbeitet hat.

2. Hattet ihr manchmal Angst als Tiefflieger kamen, wo habt ihr euch dann versteckt?
Es gab Voralarm, dann mussten wir schnell die Sachen einpacken und aus der Schule rennen. Mein Opa wartete dann schon auf mich und meine Schwester. Wir haben den Weg nach Hause nie geschafft, darum haben wir uns immer an Hauswände gelegt und versteckt, jeder von uns hoffte, dass das schnell vorbeigeht.

3. Musstet ihr manchmal in einen Bunker, weil Bomben gefallen sind?
Wir hatten selber einen Keller, wo wir ganz oft rein mussten - sogar nachts. Weil wir sehr nah an der Kaserne wohnten, waren immer 20-30 Soldaten und Nachbarn in unserem Keller.

4. Gab es damals Autos, wenn ja welche?
Es gab so eigentlich keine Autos. Mein Onkel aber hatte das erste Bäckerauto in Rheine. Darauf war er eigentlich immer sehr stolz. Nur als der Krieg kam, habe ich es nie wieder gesehen, ich wollte aber auch nicht nachfragen, wo es ist. Wahrscheinlich wurde es für den militärischen Einsatz gebraucht.

5. Ist die Schule auch mal ausgefallen? Wie lange?
Ja, bei uns ist ein halbes Jahr lang die Schule ausgefallen.

weiterlesen ‘Das Leben während des Krieges in Rheine’

Kriegserfahrungen aus Schüttorf

1. Wie war es bei Nacht?
Man hatte große Angst und wir mussten manchmal in den Bunker.
2. Wie war es im Bunker?
Es war beängstigend, aber wir waren selten darin.
3.Wie groß war die Angst?
Sie war sehr groß.
4.Sind Sie geflohen? – Wenn, wie?
Nein, aber es kamen viele Flüchtlinge in meine Klasse!
5.Wie alt waren Sie bei dem 2.Weltkrieg?
Ich war noch sieben Jahre alt.
6.Wie dachten Sie über Hitler?
Viel haben wir nicht über ihn gedacht, weil wir nie etwas über ihn mitbekamen.
7.Wo haben Sie gelebt?
Ich lebte in Schüttorf.
8.Hatten Sie Tiere?
Ja, sonst hätten wir uns nicht versorgen können.
9.Hatten Sie eine Arbeit?
Nein, ich war noch ein Kind!
10.Wie war das Leben nach dem Krieg?
Es war noch schlimmer als im Krieg.
11.Waren Sie für Hitler?
Nein, natürlich nicht, aber unsere zwei Nachbarn.
12.Sind Sie Jude?
Nein, plötzlich waren alle Juden weg.

Alle Fragen wurden von Frau Erika A. beantwortet. Sie ist 74 Jahre alt und zu Beginn des Krieges war sie 7 Jahre alt. Sie ist 1932 geboren.

Nächte während des Krieges

Manfred Rondorf geb.:07.08.1928 hat den Krieg mit 11 Jahren erlebt.

Wie war es über Nacht im 2. Weltkrieg?
Wenn die Sirene erklang, musste ich schnell nach unten hinter einen Busch wo der Bunker versteckt war. Ich musste mich nicht umziehen, denn ich bin mit Trainingsanzug ins Bett gegangen. Der Bunker war in der Erde gegraben und mit einem Moosdeckel getarnt. Wenn die schnellere Sirene ertönte, durften wir wieder ins Haus zurück gehen. Trotzdem blieben wir zur Sicherheit noch 10 Minuten im Bunker.

von Anna und Helke (Klasse 5c)

Eine Flucht aus Tilsit

Wie sind sie geflohen ,von wo und wann war das ?

I.N.ist am 12.08.1923 geboren. Dann ist sie im Januar 1944 von Tilsit mit dem Auto nach Pillau und von da aus mit dem Minensuchboot über die Ostsee nach Saßnitz auf Rügen geflohen. Dann ging es mit dem Zug weiter nach Bremen und über Leer nach Emlichheim.

2. Wie alt waren sie während des 2. Weltkrieges?
Anfang des Krieges : 16Jahre
Ende des Krieges: 21Jahre

3. Wo sind sie geboren?
In Tilsit an der Memel

von Helke und Anna (Klasse 5c)

 

Der 2. Weltkrieg in Gildehaus

1. Was war anders zur Zeit des 2.Weltkrieges?
Abends musste man die Fenster verdunkeln damit die feindlichen Flugzeuge nicht Bomben abwerfen. Tagsüber bestand keine Gefahr. Teilweise waren im Haushalt die Lebensmittel knapp. Schweine durften nur ab einem bestimmten Gewicht geschlachtet werden. Einige Nachbarn aus der Bergstraße suchten bei Nacht Zuflucht in einem Bunker am Hang des Rottes vor Fliegerangriffen.

2. Was musstet ihr ändern?
Man wurde gezwungen seine politische Meinung der NATIONAL SOZIALISTISCHEN DEUTSCHEN ARBEITSPARTEI (NSDAP) anzupassen. Man hatte nur die NSDAP zur Wahl.

3. Was musstet ihr anderes tun?
Statt zur Schule zu gehen musste man in der Weberei tätig sein oder man wurde zur Wehrmacht einberufen.

4. Wie fanden Sie Hitler?
Zu Beginn seiner Regierungszeit gut weil mehrere Gebiete die im ersten Weltkrieg verloren gegangen waren wieder in das Deutsche Reich überführt wurden. Einige Jahre vor Ende der hitlerischen Regierungszeit änderte sich die Meinung aufgrund der millionenfachen Morde (Vergasung der Juden).

5. In was für Lagen brachte sie die Hitlerzeit?
Man durfte sich nicht mehr frei über seine politische Meinung äußern die im Gegensatz zu NSDAP standen.

6.Wurde ihre Stadt/ ihr Dorf angegriffen?
Ja, zum Ende des Krieges Ostern 1945 wurde Gildehaus von den Alliierten Truppen (Amerikaner und Engländer) erobert. Es kam zu Gefechten mit deutschen Soldaten bei denen in der Nähe des Friedhofes mehrere junge deutsche Soldaten im Alter von ca. 18 Jahren ums Leben kamen. Sie alle wurden beerdigt auf der Nordseite des Gildehauser Friedhofes.

7.Wurde eins ihrer Familienmitglieder getötet/verletzt?
Nein.

8.Musste irgendjemand aus ihrer Familie in den Krieg?
Ja, ich musste nach Polen um militärische Übungen auszuführen. Zum Kriegeseinsatz kam ich nicht, da rechtzeitig vor Eintreffen des Feindes Abzug nach Westen angeordnet wurde.

9.Sind sie geflüchtet?
Nein.

10.Wie war es in der Nacht?
In der Nacht gab es oft Fliegeralarm, die Sirenen heulten und man flüchtete in den Bunker am Rott.

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